PROGRAMMBÖRSE 2021

Lokal-TV vernetzt. Menschen. Vor Ort.

Dass (Lokal-)Fernsehen nicht nur gut vernetzt ist, sondern auch wichtiger Knotenpunkt für die Menschen vor Ort, zeigt die diesjährige Programmbörse. Ob gelungene Portraits lokaler Akteurinnen und Akteure, spannende Erkundungen besonderer Orte, innovative Digitalexperimente oder clevere Magazine, jedes der Formate ist besonders und sehenswert – MAZ ab.

Für die Präsentation der Formate erhalten die Teilnehmenden der Programmbörse jeweils acht Minuten Zeit.

FORMATE
1. “Heute ist …”

teltowkanal

Wer kennt ihn nicht, den Tag der Jogginghose am 21. Januar oder den Welttag des Händewaschens am 15. Oktober? TeltOwkanal hat sich ein paar dieser kuriosen Feiertage vorgenommen und sich in der Region nach Menschen umgesehen, die das ganze Jahr über zelebrieren, was meist nur an diesen besonderen Tagen mehr Aufmerksamkeit bekommt. Am Kongresstag, dem 13. September, ist übrigens internationaler Tag der Schokolade. Trauen Sie sich, zart zu sein, nice to sweet you!

2. “Bericht aus Erfurt – Landtag aktuell”

Eine Koproduktion der regionalen TV-Sender Thüringens

Auch lokale Medien erfüllen eine Kontrollfunktion. Aber wer beobachtet eigentlich, welche Entscheidungen der Landtag für die eigene Region trifft, wenn alle Mitarbeitenden gerade unterwegs sind, um über die Ausstellungseröffnung oder die Bürgerversammlung im Rathaus zu berichten? Vielen kleineren Lokal-TV-Sendern fehlt das Personal für ein intensives Begleiten des politischen Geschehens im Landtag. Doch gemeinsam bringen viele kleine Lokal-TV-Sender eben doch genug Manpower auf, um den MdLs mal auf den Zahn zu fühlen. Alles nur eine Frage der Koordination.

3. “Kunstwort”

Hauptstadt.TV

Wenn das Curriculum im Studium die eigene Neugier nicht befriedigen kann, wird kurzerhand ein Format im regionalen Fernsehen entwickelt, das sich mit den offenen Fragen auseinandersetzt und auf die Suche nach Antworten macht. Das ist zumindest Ansatz der Kunststudentin Wanda. Sie beschäftigt sich in „Kunstwort“ mit Themen abseits des Lehrplans in ihrem Master und wir Zuschauenden dürfen gleich mit ihr dazulernen.

4. “Grenzwerte”

Studio 47

Viele junge Menschen haben im vergangenen Jahr das erste Mal erlebt, wie innerhalb von Europa immer wieder Ländergrenzen geschlossen wurden. Für Grenzregionen bedeutete das, dass z. T. auf der anderen Straßenseite andere Regeln und Maßnahmen galten. Studio 47 hat einen Blick auf die deutsch-niederländische Grenze geworfen und entdeckt, dass Nachbarschaft und Solidarität zum Glück keine politischen und bürokratischen Grenzen kannte.

5. “Blumenstrauß der Woche”

Sachsen Fernsehen

Einen Blumenstrauß als Dankeschön verschicken kann ja jeder. Bei Sachsen Fernsehen bekommt man noch ein Fernsehteam dazu. Das macht sich auf den Weg, um die Familienangehörigen, FreundInnen, ArbeitskollegInnen, Institutionen und Firmen zu überraschen. Der Blumenstrauß wird von lokalen Blumengeschäften oder engagierten Firmen gesponsert. Die Reaktionen der Beschenkten jedoch sind Gold wert.


PROGRAMMBÖRSE 2018

“Was uns zur Marke macht!” TV-Macher stellen Beiträge, Formate und experimentelle Projekte vor

Im Alltagsgeschäft eines Lokalsenders bleibt selten Raum für neue Programmideen und viel weniger noch für die Konzeptentwicklung, geschweige denn Umsetzung. Spannende Projekte und Formate, die nicht nur Zuschauer begeistern, sondern auch gewinnbringend sein können, müssen jedoch nicht immer neu erfunden werden. In der Lokal-TV-Branche gibt es bereits Erfolgsmodelle und Programme, die die Stärken von Lokal-TV aufzeigen. In der Programmbörse konnten Lokal-TV-Macher über den Tellerrand blicken und sich von der Arbeit der Kollegen inspirieren lassen.

Für die Präsentation der Formate und Projekte erhielten die Teilnehmer der Programmbörse jeweils sechs Minuten Zeit.

1. Das Küchenkonzert
Sascha Devigne, Studio 47 (Duisburg)

Von diesem Format profitieren alle Beteiligten: Off-Air-Promotion und Sendematerial für den Sender, kostenloses Marketing für regionale Bands im Fernsehen und ein Kulturabend der anderen Art für das Publikum – eine „Win-win-Sendung“.

Das „Küchenkonzert“ ist ein Resultat der Innovationsredaktion, die Sascha Devigne am zweiten Kongresstag in Workshop 5 – „Kooperationen, Innovationen und Mut zum Experimentieren“ vorstellt.

 

2. Das Jugendmagazin MV Uncut – Fernsehen von und für junge Menschen
Christoph Schlieter und Jonas Hackbusch, TV: Schwerin

Von den Landesmedienanstalten durchgeführte Studien zeigen, der Durchschnittszuschauer von Lokalfernsehen ist über 50 Jahre alt. Das Magazin MV Uncut adressiert jedoch bewusst eine andere Altersgruppe. Das Konzept geht auf – MV Uncut gewann beim Regiostar in diesem Jahr den Zuschauerpreis.

3. Stresstest für Bürgermeister-Kandidaten
Michael Th. Omilian, meinbrandenburg.tv

Ein Format, dass Meinungsbildung, Information und Unterhaltung der Zuschauer vereint: ein politischer „Fernsehdreikampf“ auf Lokalebene. 60 Sekunden haben die drei Bürgermeisterkandidaten jeweils Zeit, um dieselben Fragen zu beantworten und sich den Wählern zu präsentieren.

4. NONSENF Spezial zur Wahl
Andrea Flörke, Rennsteig TV, Daniel Ebert, mdr, Rennsteig TV

Eine mehrteilige Spezialsendung zur Kommunalwahl 2018 von rennsteig.tv sorgte für Stadtgespräche: Vier Oberbürgermeister-Kandidaten mussten nicht nur Moderator Daniel Ebert, sondern auch der Facebook-Community Rede und Antwort stehen. Denn die konnte das Studiogespräch live mitverfolgen.

 

KOOPERATIONEN

5. Ein Wirtschaftsmagazin für die Region – „Metropol”
Mike Langer, Altenburg TV

Bereits bestehende, aufwendig produzierte Beiträge erneut in einem adäquaten Rahmen mit höherer Reichweite ausstrahlen und zusätzliche Werbeplätze nutzen können – das klingt vor allem nach einem Mehrwert. Dennoch bewehren sich nur wenige Gemeinschaftsformate. Metropol gibt es seit drei Jahren. Jena.TV, TV:Halle, RBW, Leipzig Fernsehen und altenburg.tv setzen auf klare Verantwortungen und Zuverlässigkeit.

6. Kooperation mit lokalen Tageszeitungen – mehr Reichweite für Video Content
Sebastian Lorenz, Salve TV

Für Salve.tv ist die Lokalzeitung im eigenen Sendegebiet ein gleichrangiger Kooperationspartner. Das Interesse besteht beidseitig: Der Sender produziert in Kooperation mit der Thüringer Allgemeine, dem Online Portal Th24 und der Thüringer Landeszeitung drei Talk-Shows: „Am Anger“ – Der Politik-Talk“, „Im Steigerwald Stadion“ Der Sport-Talk & „Welt Kultur Thüringen“ – Der Kultur-Talk. Alle Sendungen werden jeweils gemeinsam vermarktet. In knapp 2 Jahren haben die Kooperationspartner in den drei Themengebieten Politik, Sport und Kultur bereits über 40 gemeinsame Sendungen produziert.


TECHNISCHE NEUHEITEN

7. Eine Lokal-TV-App für alle
Matthias Mück, Rostock TV

Lineares Fernsehen verliert zunehmend an Bedeutung. On-demand-Angebote, Pushmitteilungen und Kurzbeiträge entsprechen immer mehr dem Zuschauerverhalten. Die wenigsten Lokalsender können sich jedoch die Entwicklung einer TV-App leisten – aber vielleicht können sie eine vorhandene App für ihre Bedürfnisse nutzen.

Gemeinsam mit einem technischen Dienstleister hat Rostock TV eine Applikation entwickelt, die es auch anderen Lokalsendern ermöglicht, mit wenig Aufwand Mediatheken, Playlisten und Artikel über Smartphones und SmartTVs zu verbreiten.


8. Lokale Wettersendungen und Wetterdienste als attraktiver Content und neues Geschäftsfeld
Frank Böttcher, NDR, Frankenfernsehen, Badenfernsehen

Präzise und zuverlässige Wettervorhersagen gewinnen in Zeiten des Klimawandels auch im Regionalen immer mehr an Bedeutung. Dank neuer Software-Lösungen und Content-Formate könnten moderierte, auf einzelne Städte und Regionen spezialisierte Wettersendungen zu einem neuen Markenkern von Lokalsendern werden.

Aufwendige Wettersendungen waren aus Kostengründen bisher den großen TV-Sendern und Medienhäusern vorbehalten. Durch ein angepasstes Finanzierungsmodell und den Einsatz einer neuen Wetter-Software können sich nun auch Lokalsender mit Wettershows als Multichannel-Angebote neue Einnahmen und Märkte erschließen.

PROGRAMMBÖRSE 2019

Lokal-TV vernetzt. Menschen. Vor Ort.

Dass (Lokal-)Fernsehen nicht nur gut vernetzt ist, sondern auch wichtiger Knotenpunkt für die Menschen vor Ort, zeigt die diesjährige Programmbörse. Ob gelungene Portraits lokaler Akteurinnen und Akteure, spannende Erkundungen besonderer Orte, innovative Digitalexperimente oder clevere Magazine, jedes der Formate ist besonders und sehenswert – MAZ ab.

Für die Präsentation der Formate erhalten die Teilnehmenden der Programmbörse jeweils acht Minuten Zeit.

FORMATE
1. Querpass

Christian Uhlmann, Jena TV

Stadt, Land, Fußball – In mittelgroßen Städten gibt es nicht selten einen Fußballverein, der die Herzen vieler Bürgerinnen und Bürger höher schlagen lässt und einen wesentlichen Teil der Stadtidentität widerspiegelt. Spielt der Verein dann auch noch in einer der ersten drei deutschen Spielklassen, liegen die Medienrechte der Spiele beim Deutschen Fußball-Bund beziehungsweise der Deutschen Fußball Liga. Doch warum sollte ein Stadtsender deshalb auf diesen Zuschauermagneten im Programm verzichten? Diese Frage stellte sich auch Jena TV. Mit dem Fanmagazin querpass fand der Sender eine Lösung, umfassend über den FC Carl Zeiss Jena berichten zu können, ohne dabei auf rechtliche Probleme zu stoßen.

2. Sonderfahrt mit…

Thomas Böhm, TV: Schwerin

Gesprächsformat mit viel Tramtram – Dass der ÖPNV oftmals gute Möglichkeiten bietet um voranzukommen, erkannte auch TV:Schwerin und verlegte für die Gesprächsreihe Sonderfahrt mit… das Studio kurzerhand auf die Schiene. Bei einer Stadtrundfahrt in einer historischen Straßenbahn kommen die Zuschauerinnen und Zuschauer in den Genuss, interessante Akteure und Entscheider aus der Umgebung näher kennenzulernen. Detailreiche Fragen und ehrliche Antworten in gediegener Atmosphäre – Slow TV meets Interviewsituation.

3. berlin kunterbunt

Leonie Gerner

Großstadtportraits – Gerade in einer Millionenstadt wie Berlin, in der auf den ersten Blick Anonymität herrscht, fällt es oftmals schwer, spontan ins Gespräch zu kommen oder sich näher kennenzulernen. Das Format berlin kunterbunt schafft hier Abhilfe. Leonie Gerner, die für das Format den Regiostar 2019 in der Kategorie „Bestes Interview“ erhielt, stellt in der Portraitreihe Stadtbekannte vor, spaziert mit ihnen unverfänglich durch ihre Lieblingsorte im Kiez und wird dabei erfrischend persönlich – Berlin, du bist so wunderbar.

4. Gesichter Europas – Wij zijn Europa

Sascha Devigne, Studio 47

In varietate concordia – Bürgerinnen und Bürger in Deutschland konnten in diesem Jahr nicht nur ihre Stimme innerhalb von Kommunal- oder Landtagswahlen abgeben, sondern auch im Zuge der Europawahl bestimmen, wer sie in Brüssel vertreten soll. Wie präsent der europäische Gedanke jedoch vor der eigenen Haustür wirklich ist, zeigt das Format Gesichter Europas – Wij zijn Europa von STUDIO 47. In 28 Folgen werden hierbei Europäerinnen und Europäer auf beiden Seiten der Maas porträtiert. Die Sendereihe steht jedoch nicht nur inhaltlich im Zeichen des Miteinanders. Das Format entstand in Zusammenarbeit mit den regionalen Fernsehsendern CityVision und ems TV sowie den niederländischen TV-Sendern Omroep Gelderland und Limburg 1.

5. Dörfer im Altenburger Land

Mike Langer, altenburg.tv

Kein schöner Altenburger Land – Jeder Lokal-TV-Veranstalter kennt sein Verbreitungsgebiet. Stimmt das? Richtig ist eher, dass jeder Lokal-TV-Veranstalter genau weiß, wo die Menschen sein Programm empfangen können. Aber können die Sender auch von sich behaupten, die einzelnen Ecken ihrer Sendegebiete wirklich zu kennen? Das ist die Mission von ABG.TV. Ob Illsitz, Kraschwitz oder Ehrenhain, im Format Dörfer im Altenburger Land widmet sich der Sender den kleineren Ortschaften und deren Geschichten.

6. #StoryBen

Anja Polenz, Dresden Fernsehen | Benedict Bartsch #StoryBen

#einfachmalmachen @dresden_fernsehen – Wie kann ein Fernsehsender eine Zielgruppe erreichen, die überhaupt kein lineares Fernsehen mehr konsumiert und sich nur noch in den sozialen Netzwerken bewegt? Liegt die Antwort vielleicht hochkant? Mit diesen Fragen beschäftigt sich auch der Workshop „Zuschauer im Netz – Was können Lokal-TVler von YouTubern lernen?“ am zweiten Kongresstag. Dresden Fernsehen hat es mit seinem crossmedialen Format #StoryBen bereits ausprobiert und einem Vertreter der Generation Z die Zügel, beziehungsweise das Smartphone, einfach in die Hand gegeben – Ciao Kakao!