Mike Langer

Mike Langer, Geschäftsführer Altenburg TV

1. Warum ist der Lokal-TV-Kongress wichtig?
Er ist ein wichtiges Branchentreffen, bei dem nicht nur Themen besprochen werden, sondern die Akteure sich treffen können. Oft arbeitet man mit Kollegen oder Dienstleistern zusammen und kann diese Kooperation, auf Grund des Tagesgeschäftes, nur auf Email oder Telefon beschränken. Der Lokal-TV-Kongress bietet die Möglichkeit zum persönlichen Kontakt. Außerdem ist er ein wichtiger Termin für den Austausch von Erfahrungen und Ideen.

2. Was hat sich seit dem letzten Kongress verändert, bewegt, entwickelt?
In unserem Sender haben wir begonnen, Ideen und Impulse aus dem letzten Kongress umzusetzen bzw. mit einer Umsetzung zu beginnen. Dies sind vor allem programmliche Ansätze. Die Idee des Slow-TV aus Norwegen testen wir gerade mit der Vorbereitung eines Programmes, bei welchem wir die Radwege unseres Sendegebietes mit einer Actioncam abfahren. In den nächsten Wochen wollen wir die erste Sendung im Nachtprogramm testen. Des Weiteren ist die Diskussion zur Finanzierung von Lokalfernsehen weiter voran geschritten, wenn auch ohne wirkliche Lösung.

3. Welche Fragestellungen sind für Lokal-TV aktuell zu klären?
Das wichtigste Thema ist und bleibt die Finanzierung. Wenn hier nicht mittelfristig eine Lösung gefunden wird, wird das lokale Fernsehen weiter instabil bleiben, schrumpfen oder weitgehend ganz verschwinden. Diese Diskussion kann und sollte man auf den Lokaljournalismus erweitern. In Zeiten von Internethandel und dem Wandel der Innenstädte hin zu Filialbetrieben im Einzelhandel bricht der lokale Werbemarkt zusammen. Das Sterben von Anzeigenblättern und das Schrumpfen der Lokalredaktionen großer Zeitungskonzerne sind ebenfalls ein Zeichen dafür. Guter Journalismus kostet Geld, und wir müssen die Frage stellen, wer diesen in Zukunft bezahlt. Dass er in lokalen Räumen benötigt wird, steht außer Zweifel.

4. Welche Rolle spielen die Landesverbände und der Bundesverband dabei?
Vor allem mit dem neuen Vorstand und neuen Vorsitzenden hat der Bundesverband in den letzten Jahren die machbaren Forderungen und Lösungen für Lokalfernsehen klar formuliert und kommuniziert. Allerdings bleibt die Arbeit auf Landesebene unersätzlich, da Medienpolitik Landeshoheit ist. Auch der Änderung eines Rundfunkstaatsvertrages geht die Arbeit in dem jeweiligen Bundesland voraus. Ohne mich zu weit aus dem Fenster zu lehnen, würde ich mal behaupten, sollte eine Novellierung des Rundfunkstaatsvertrages die Finanzierung von Lokalfernsehen (positiv) neu regeln, so würden die Thüringer Vertreter der Landesregierung dem zustimmen. Diese Lobbyarbeit muss aber 16 mal gemacht werden. Damit ist klar, welche Aufgabe die Landesverbände in Kooperation mit dem Bundesverband haben.